Über sexuelle Gewalt

Sexueller Missbrauch ist eine Form von körperlicher und seelischer Gewalt.

Sexuelle Übergriffe begannen bei den Kindern, die zu uns kamen, schon im Säuglingsalter von einem halben Jahr und erstreckten sich über die Vorschulzeit bis zur Pubertät. In vielen Fällen waren die Betroffenen mehrmaligen sexuellen Übergriffen ausgesetzt und hatten mehrfach sexualisierte Gewalt, oft über Jahre hinweg und einige davon von mehreren Tätern, erlebt. Allgemeine statistische Zahlen, die sich mit den Erhebungen aus unserer Beratungspraxis decken, besagen, dass jedes 3. - 5. Mädchen und jeder 8. - 10. Junge von sexueller Gewalt/sexuellem Missbrauch betroffen ist.

Unter Ausnutzung der Unwissenheit, des Vertrauens und der Abhängigkeit findet ein Machtmissbrauch auf der Ebene der Sexualität statt. Für das Kind ist dieses Erleben traumatisch. In der Regel ist der Missbrauch kein einmaliges Vorkommen, sondern eine Wiederholungstat über mehrere Jahre und führt zu einer großen Belastung in der Persönlichkeitsentwicklung des Kindes. Auch Erwachsene können sexuelle Übergriffe erleben.

Sexuelle Gewalt ist gesellschaftlich bedingt und kein Einzelschicksal. Es zeigt sich, dass Kinder und Jugendliche in keinem Alter vor sexuellen Grenzverletzungen sicher sind. Meistend erfahren Kinder und Jugendliche sexuelle Übergrififfe im familiären und nahen sozialen Umfeld durch Menschen, denen sie vertrauen.

 

Wenn der Weg in die Beratungsstelle durch Eigeninitiative oder das Engagement von Vertrauenspersonen geschafft wurde, ist dies ein großer Schritt zur Wiederherstellung der körperlichen und psychischen Integrität, der Persönlichkeit.

Da die meisten Täter aus dem Nahbereich (nur 3 - 10% der Täter sind Fremde) des Kindes kommen, ist ein geschützter, vertraulicher Rahmen, zu dem Täter keinen Zugang haben, die Voraussetzung, Erlebtes zu besprechen und aufzuarbeiten.